Start Multitalent Fields Trials

Field Trial

Vor circa 100 Jahren fanden in England die ersten Fields-Trials statt, sie fassten bald danach auch auf dem Kontinent Fuss, wobei sie weiterhin die ursprüngliche Bezeichnung beibehielten.

Für die Vorstehhunde gibt es zwei verschiedenen Arten von Fields: Frühlingsfields, welche meist im jungen Getreide stattfinden und Sommerfields. In Frankreich besteht das Federwild hauptsächlich aus Rebhühnerpaaren. In der Schweiz ist dieses Wild leider ausgestorben, sodass unser Field auf Zuchtfasanen, welche am Morgen des Wettkampfes ausgesetzt werden, ausgetragen werden. Die Tiere werden nicht erlegt, der Führer schiesst mit einer Schreckschusspistole.

Die im Herbst ausgetragenen Fields (in Frankreich) sind wie bei der Jagd, die Rebhühner oder Fasane werden erlegt. Es handelt sich um die Fields auf geschossenes Federwild (G.T. = Gibier Tiré). Bei uns in der Schweiz sind solche Wettbewerbe verboten.

Die kontinentalischen Vorstehhunde, d.h.: die Epagneuls, die Braquen und die Griffons werden entweder zusammen oder einzeln bewertet. Sie haben eine kurze, gekreuzte Suche, welche als „à la Française » bezeichnet wird. Die englische Vorstehhunde, Setter und Pointer haben eine viel ausgedehntere und schnellere  Suche, ihre Winkel können bis zu 500 m vom Führer entfernt sein.

Für alle gibt es eine Zeitlimite von 15 Min. Der Richter folgt dem Hundeführer und hat seine Beurteilung auf die Qualität der verschiedenen Arbeitsverläufe festzuhalten. Sobald der Hund abgeleint wird, werden dem Team eine Minute freigegeben, d.h. dass die Fehler, welche der Hund in dieser ersten Minute machen sollte, nicht bewertet werden. Eine Trompete gibt dann das Signal für den Beginn der Quersuche.

Kontinentalische Hunde werden auf folgende Qualitäten bewertet:

- Die Gangart sollte lebhaft sein. Der Galopp energisch mit rollenden und zusammengerafften Bewegungen. Die Winkel werden parallel zum Führer, etwa 30 m vor und 200 m seitlich entfernt, nach aussen gedreht.

- Die Kopfhaltung ist hoch, in der Rückenlinie, immer in Bewegung, sodass man erkennen kann, dass der Hund das Wild mit seiner Nase sucht. Man duldet gewisse Bodenabsicherungen in schwierigen Verhältnissen.

- Die Suche sollte intelligent und methodisch sein. Der Hund muss, das ihm zur Verfügung gestellte Feld gänzlich absuchen, und gleichzeitig im Kontakt mit seinem Führer bleiben.

- Der Hund muss stehend vorstehen. Sobald er eine Witterung wahrnimmt, wird er sich dem Wild vorsichtig und sicher nähern, um das Federwild blockieren zu können.

- Das Nachziehen wird mit einem Kommando verlangt. Der Hund wird dann nachziehen bis das Federwild vor ihm wegfliegt. Er muss dann stehen bleiben.

Ein vorstehender Hund darf sich nicht bewegen; sollte er beim Wegflug des Vogels nachspringen wird er eliminiert. Dasselbe gilt für den Hund, welcher einen Hasen laut Jagd und beim Pfiff nicht zurückkehrt.

Die Richter klassieren die Hunde nicht nach der Anzahl abgenommener Punkte, sondern nach der Qualität der Arbeit; die Nasenarbeit und die Abrichtung spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die Hunde, welche eine vorzügliche Arbeit gezeigt haben, jedoch kein Wild vorgefunden haben, werden nochmals auf einem anderen Feld geprüft.

Bei den Fields auf geschossenes Wild, wird die Suche etwas kürzer als in den Frühlingsfields ausfallen, damit die offiziellen Schützen in Reichweite stehen können. Zudem werden bei diesen Herbstfields das Apportieren und Abgeben des erlegten Wildes verlangt.

Die Richter können die folgenden Auszeichnungen geben:

- Vorzüglich mit  CACT : Fähigkeitsausweis für die Arbeitsmeisterschaft welche für eine brillante Leistung abgegeben wird.

- Vorzüglich mit RCACT : Réserve des CACT, etwas weniger brillanter Lauf als der vorhergehende.

- Vorzüglich

- Sehr gut wird für eine seriöse Suche mit wenig Brillanz abgegeben

- CQN Natürlicher Qualitätenausweis, das heisst, der Hund hat eine ausgezeichnete Suche gezeigt jedoch wurde er nach einem Abrichtungsfehler eliminiert.

Die Hunde, welche einen CACT erhalten haben, werden zu zweit nochmals bewertet. Sie starten zusammen auf einem Feld, wo die Gangart und das Suchverhalten beurteilt werden. Der Sieger erhält dann die Auszeichnung CACIT (I= International), der Zweite die Auszeichnung RCACIT.

Der Grundgedanke der Fields-Trials dient der Verbesserung der Vorstehhunderassen, wo man die besten Vertreter entdecken kann. Diese Hunde werden zu Trialer ernannt und sind für die Züchter von grosser Wichtigkeit um bei den einzelnen Rassen die Arbeitslinie zu fördern.

Pierre Pauli

Aktualisiert ( Samstag, den 19. September 2009 um 10:16 Uhr )